Küss mich

Veröffentlicht unter liebespost | Schreibe einen Kommentar

Steinernes Herz

Der Rausch der letzten Tage wurde durch den Sturmwind gereinigt. Wie mit dem Windsrechen die Bäume gefegt, so konnten zwei Worte den verirrten Gemütszustand die notwendigen Fesseln anlegen, sedieren. Zwanzig Jahre alte Bilder die im Keller mit einer dünnen feinen Schicht aus Schimmel bedeckt waren ansehen und vergrößern bis die Details verschwimmen.
Es ist nicht gut, dass ich dieses Wochenende alleine bin.
—–

Veröffentlicht unter zettelwirtschaft | Schreibe einen Kommentar

Es hegelt

“Diejenigen, welche von der Philosophie nichts verstehen,
schlagen zwar die Hände über den Kopf zusammen,
wenn sie den Satz vernehmen:
Das Denken ist das Sein.
Dennoch liegt allem unserem Tun die Voraussetzung der Einheit des Denkens und des Seins zugrunde.
Diese Voraussetzung machen wir als vernünftige,
als denkende Wesen.
Es ist jedoch wohl zu unterscheiden,
ob wir nur denkende sind oder ob wir uns als denkende auch wissen.”
—–

Veröffentlicht unter zettelwirtschaft | Schreibe einen Kommentar

Paare, Passanten

Wenn man frisch getrennt auf einer Party unter lauter Unbekannten sich dem in Gemeinsamkeit stellt und wie sieht das aus. In dem unbefangenen Nicht mehr müssen eine ungeglaubte Nähe finden wollen. Zwingt das Bild die Gefühle?
—–

Veröffentlicht unter liebespost | Schreibe einen Kommentar

Maulwurfsaugen

Foto

—–

Veröffentlicht unter zettelwirtschaft | Schreibe einen Kommentar

Maulwurfsaugen

Schädelfund
wenn ich denn die Bilder finde,
ohne Brille blind wie Maulwurf,
mit Maulwurfsaugen,
aber das seidige Fell fehlt,
wie war das noch bei Kafka mit dem Maulwurf?
—–

Veröffentlicht unter zettelwirtschaft | Schreibe einen Kommentar

Paris.revisited

In der Nacht Sprachen
So eine Herzzeit
Jetzt gehen wir.

—–

Veröffentlicht unter liebespost | Schreibe einen Kommentar

wenn ich denn

dir schon keine briefe schreiben kann und geduldig warten muss bis ich in deinen armen liegen kann, dann schreibe ich es an die wand liebste, schreibe es in die welt hinaus, dass es im rauschen des netzes verschwindet und nur du weißt, wo du mein herz finden kannst.
ich liebe dich jeden tag in jedem wort und allem…
—–

Veröffentlicht unter liebespost | Schreibe einen Kommentar

Wenn ich nicht weine, dann lache ich

wie fühlt sich es an, einen menschen aus dem leben schubsen zu müssen, weil man ihn liebt und dieser sich nach anderen umsieht. wenn man etwas gefunden zu haben glaubt, was man nie zu finden gewagt hätte. eine gemeinsame sprache der leiber. weil der andere sagt, dass er liebt, aber am ende zukunft und absicherung und rente und versorgung doch so viel wichtiger sind.

vielleicht war aber alles nur ein irrtum, ein flüchtiger moment, ein vertrocknetes gefühl. ich liebe, ich habe geliebt und ich werde lieben und ja ich werde auch geliebt haben.

soll ich jetzt malen, gedichte schreiben, weinen?

ich schrieb über wochen brief um brief, habe wortgirlanden gedrechselt, mich gebogen bis die balken sich auch bogen, habe geweint bei kitschigen filmen. habe geweint, weil es weh tat und tut. ja es ist ein altes lied und ich muss es doch immer wieder singen, weil es wir eine schwere fußkette an mir hängt. du wirst diese zeilen nicht lesen, weil du weit weg bist und froh, dass ich dir vom hals bin und nicht mehr schreibe, keine briefe, keine messages, kein gar nichts. kannst dich ganz in deiner zukunft verlieren.

ich schreibe und male und … bis meine hände bluten. ich zeige meine wunde. ich bin dein.

Veröffentlicht unter liebespost | Schreibe einen Kommentar

Helmut Kajzar: Manifest des meta-täglichen Theaters

Das meta-tägliche Theater setzt die drei Regeln des klassischen Dramas außer
Kraft und erklärt sie für ungültig:
die Einheit der Zeit, des Ortes und der Handlung.
Alle drei gleichzeitig.
Im meta-täglichen Theater gewinnt das „Theater“ seinen rituellen Sinn zurück.
Es gewinnt
Würde
Anmut
Endgültigkeit
und Schlichtheit
die Einfachheit – des Milchkochens –
des Türschließens und -öffnens
des zum Fensterhinausschauens.
Von nun an wird das „Theater“ zu einer Passage
wie die Treppe, der Korridor, wie die Erde selbst.
Es ist gewöhnlich.
Sogar im Unwahrscheinlichen.
Es gewinnt Gegenwart,
Vergangenheit und Zukunft.
Indem es die drei Regeln außer Kraft setzt und die Einbildungskraft von ihrem
Zwang befreit, verwandelt es die Regeln in Instrumente der Einbildungskraft.
Das meta-tägliche Theater ist allgemeines und individuelles Theater.
Aufgrund der Einzigartigkeit
ermöglicht es den Kontakt
zwischen souveränen Individuen.

Deutsch von Peter Lachmann
—–

Veröffentlicht unter zettelwirtschaft | Schreibe einen Kommentar