Paul Boldt

Dieser Tag fand sich der Hinweis auf das schmale Oeuvre von Paul Boldt, der vergessenen expressionistischen Dichter aus der Zeit der Zehnerjahre des 20. Jahrhunderts.
Und in dieses Texten des bereits 1921 verstorbenen Dichters finden sich Körper wie Landschaften und die Liebe ist ein flächiges Gefühl

Mädchennacht

Der Mond ist warm, die Nacht ein Alkohol,
Der rasch erglühend mein Gehirn betrat,
Und deine Nacktheit weht wie der Passat
Trocknend ins Mark.

Du hast ein weißes Fleischkleid angezogen.
Mich hungert so – ich küsse deine Lippen.
Ich reiße dir die Brüste von den Rippen,
Wenn du nicht geil bist!

– Küsse sind Funken, elektrisches Lechzen
Kupferner Lippen, und die Körper knacken!
Mit einem Sprunge sitzt mein Kuß im Nacken
Und frißt dein Bäumen und dein erstes Ächzen.

Und als ich dir die weißen Knie und,
Dein Herz verlangend, allen Körper küßte,
Geriet mein Schröpfkopf unter deine Brüste;
Da drängte sich das Herz an meinen Mund.

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Fragen an Bilder, die dich fragend ansehen, schwarz

Letzte Bilder, sagt mir der Titel der Ausstellung, letzte Bilder von Ad Reinhardt. Gesehen im Jahr 2010 im Josef-Albers-Museum in Bottrop. Diese unglaublich verletzlichen Oberflächen, eine leichte Berührung würde die schwarzen quadratischen Flächen zerstören. Wobei das Wort Schwarz es nicht trifft, in der fast nicht zu differenzierenden Dunkelheit findet sich immer ein kaum erkennbarer Farbstich. Ein Negativ zu verfärbter Weißwäsche sozusagen. In strenger geometrischer, konkreter Form.

„Kunst ist Kunst, und alles andere ist alles andere“ – sagt Reinhardt im Jahre 1962 und dieses Axiom negiert die Konstruktion von Bedeutung, verweigert jede Narration.

Die Bilder, die keine Bilder sein wollen, bleiben im Auge des Betrachters kleben, wie blinde Flecken. Vom Auge ins Gehirn, ins Gedächtnis, in die Erinnerung.

Und während ich aus em Fenster schaue und einige Vögel sich lautstark bewerben höre, da kommen mir in der untergehenden Sonne diese Bilder vor Augen.

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Für C.

Wenn meine Finger vom Papier
gleiten
fallen
auf deine Haut
aufgefangen

Wenn meine Feder müde ist im
schreiben
geben
Blut deine Finger
weitergehen

Lass mich ein in dein Blau.
Du
dich
mir
uns.

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Christina

wie leicht, wie schwer, wie blau, wie weich,
gibt es ein schönes wort für ewigkeit in ewigkeit,
ein l-wort, ein wort das sich stimmlos in haut spricht.
ich zaudere und ward durch dich verzaubert:
in einen kleiderbügel.
Hannibal Chew hat deine blauen augen noch in der hand, während ich schon deinen hals küssen darf.
liebst du mich?

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Fast berührt

Einen Moment waren meine Gedanken ganz nah, in einer Intensität die unauflöslich schien. Dann eine Konfusion.
Wenn alles unklar ist, nimmt man das eigene Gefühl als Orientierung. Das ist Liebe. Verworren, aber glücklich. Wenn ich sie denn endlich in die Arme schließen kann.
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Ein fliehendes Pferd halten

Da glaubte man für den Bruchteil eines Moments der Ewigkeit einen Zipfel vom Mantel des alten Glücks wieder zu halten. Dann spürt man, fühlt man über all die Entfernung, wie etwas wieder verloren geht, dieser Hauch einer Glückserinnerung voller Tränen. Wie kämpft es sich für einen unsichtbaren Feind, wenn das Florett des geschliffenen Worts stumpf ist. Ach liebste.

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Tage wie im Rausch

den ganzen Abend einen Ring gesucht und noch nicht gefunden. ein altes versprechen, in alter zeit aufgelöst. kann man einlösen, was aufgelöst wurde, muss man sich neu versprechen?
ja ich liebe.
da sind drei worte, die im raum stehen, unausgesprochen.
aber gefühlt und was ändert das aussprechen?
das sind meine gefühle und ich bin für sie verantwortlich.
wie es ausgehen wird diesmal? gut, glücklich und für immer.

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Letzte Rosen im Garten

Foto4

Dir schenke ich sie, du ferne Schöne

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Rio für uns

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Küss mich

photoforgephoto

Küss mich meine Wilde

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